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500 Jahre Reformation – Was feiern wir da eigentlich?

30. September 2017
Referenten und Gastgeber des Reformationsgespräches in Hohenhameln. Foto: Kirchenkreis
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Hohenhameln. Das Jahr 2017 steht ganz im Zeichen des 500. Jubiläums der Reformation. Aus diesem Anlass hatten die Pastoren Hans Schweda, Werner Bähr und Burkhard Kugelann und der katholische Pfarrer Thomas Mogge zu einem Diskussionsabend ins Gemeindehaus der St. Laurentius-Kirche eingeladen.

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Mehr als 50 interessierte Besucher waren der Einladung gefolgt und hörten interessante Ausführungen zum Thema „500 Jahre Reformation – Was feiern wir da eigentlich?“

Die Ökumenebeauftragte des Bistums Hildesheim, Dr. Dagmar Stoltmann-Lukas, übernahm den Einstieg und schilderte die katholische Sicht auf den besonderen Jahrestag. Lange habe man Luther als Zerstörer der Kircheneinheit, als Häretiker und Unruhestifter gesehen. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts habe sich dies, auch im Hinblick auf eine verstärkte Ökumene geändert. „Papst Franziskus bringt den Werken Luthers wie der Übersetzung der Bibel und dem Erkennen der Reformbedürftigkeit der damaligen Kirche eine große Wertschätzung entgegen“, bekräftigte sie. So gebe es Impulse, die man durchaus gemeinsam feiern könne, aber eben auch Dinge wie die Spaltung der Kirche, die Kriege oder der frühere Umgang miteinander, die nicht unbedingt zum Feiern geeignet seien.

Landessuperintendent Eckhard Gorka schloss sich dieser Sichtweise an und betonte, dass ihm eine differenzierte Sichtweise wichtig sei. So müsse man zum Beispiel Luthers Aussagen zum Judentum, die später von Antisemiten zur Rechtfertigung der Judenverfolgung benutzt wurden, sehr kritisch hinterfragen.

Es gibt durchaus auch Kritik

Gorka nahm Bezug auf die Jubiläumsfeiern in den Jahren 1617 bis 1917, die zum Großteil im krassen Gegensatz zu den diesjährigen Feiern standen. „Auch 2017 sind wir nicht frei von Kritik. Wir haben eine Ökonomisierung, Kommerzialisierung und einen Eventcharakter. Denken Sie nur mal an den Playmobil-Luther, der zur meistverkauften Playmobil-Figur aller Zeiten wurde“, führte der Landessuperintendent aus.

Anlass zum Feiern seien für ich aber nach wie vor die Sichtweisen Luthers, die das Reich Gottes und die Gemeinde vor die Kirche stellen, die Schrift an erster Stelle sehen und ein großes Geschenk vor die Verlustangst stellen.
Im Anschluss an die beiden Impulsreferate diskutierten die Besucher im angeregten Gespräch miteinander und mit den Referenten.

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