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Den Sperlingen gehts gut, der Meisenbestand sinkt

9. Januar 2017 von
Die possierliche Blaumeise ist in diesem Jahr ein vergleichsweise seltener Gast in den Gärten im Peiner Land. Foto: NABU
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Peine. Heute hat der NABU eine erste Bilanz der NABU-Mitmachaktion "Stunde der Wintervögel" gezogen, in deren Rahmen am Wochenende Vogelfreunde auch in unserem Landkreis angehalten waren, Vögel zu zählen und an den NABU zu melden. Fazit: Der Sperling ist der häufigste Vogel.

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Der Haussperling liegt im Peiner Land, wie auch niedersachsen- und bundesweit, schon seit Jahren klar in Front. Einen deutlichen Negativtrend weisen die Kohl- und Blaumeisen auf. „In Südost-Niedersachsen zeigt sich dieser Trend ganz deutlich.“ sagt Marlies Gräwe, Leiterin der NABU-Regionalgeschäftsstelle. Die Beteiligung in der Region ist bereits jetzt sehr hoch. Bis dato haben insgesamt rund 670 Personen teilgenommen, knapp 15500 Vögel wurden bereits gezählt und gemeldet.

Der Haussperling ist der „Siegervogel“

Niedersachsenweit haben, stand Montag, rund 1.500 Personen mehr mitgemacht als im Vorjahr. Dementsprechend genauer werden die erhobenen Daten der gezählten Vögel. „Die Beteiligung der Stunde der Wintervögel in Niedersachsen ist erneut sehr viel höher als im Vorjahr“, bilanziert Dr. Holger Buschmann, NABU-Landesvorsitzender: „Heute Morgen hatten wir bereits die Meldungen von knapp 7.500 Teilnehmern erhalten, es wurden über 164.000 Vögel in über 4.800 Gärten gezählt“, freut sich Dr. Buschmann. (2015: über 5.800 Teilnehmer meldeten über 168.000 Vögel aus 4.000 Gärten)

Da die Ergebniseingabe noch bis zum 16. Januar möglich ist, kann der NABU für unseren Landreis derzeit nur auf Trends zurückgreifen – diese sind aber bereits recht stabil. Der Haussperling liegt wie im Vorjahr auf Rang 1, die Amsel auf Rang 2. Der Feldsperling ist der dritthäufigste Vogel, gefolgt von Kohl- und Blaumeise. Die Menge der pro Garten beobachteten Vögel nimmt jedoch spürbar ab. So wurden, trotz steigender Beteiligung, niedersachsenweit bislang knapp 8.000 weniger Vögel als im Vorjahr gezählt. Betroffen sind besonders Grünfink, Kernbeißer und sämtliche Meisenarten.

Der Meisenbestand geht zurück

Ein näherer Blick auf die Kohlmeise zeigt, dass der Rückgang regional sehr ungleich verteilt ist. In Niedersachsen ist ein Rückgang von 30 Prozent zu verzeichnen. Es kann sein, dass ein Teil der vorhandenen Meisen sich nicht in den Gärten blicken lassen, weil sie im Wald mehr als sonst zu fressen finden. Eine weitere Vermutung ist, dass das nasskalte Frühjahr 2016 zu einer schlechten Fortpflanzungsrate geführt hat. Futter war angesichts der nasskalten Witterung vermutlich ebenfalls Mangelware. Als weitere denkbare Ursache für die Probleme bei der Jungenaufzucht kommt der allgemeine Rückgang der Insekten durch den vermehrten Pestizideinsatz in der Landwirtschaft hinzu.

Die Zählaktion dauert  noch bis zum 16. Januar

Ob wir denn „die Hand ins Feuer legen“ könnten für die Richtigkeit der Beobachtungen, lautete eine andere Frage. Nein, das kann der NABU nicht – und darauf kommt es auch nicht an. Daten-Sammelaktionen von dieser Größe haben nämlich eine erhebliche Fehlertoleranz. Bei 220.000 gemeldeten Haussperlingen ist es für das Gesamtergebnis unerheblich, ob einzelne Vogelbeobachter möglicherweise Haus- und Feldsperling nicht sicher unterscheiden können.

„Bislang sind nur Tendenzen zu erkennen. Wie die endgültigen Platzierungen aussehen, können wir erst nach Ende der Meldefrist am 16. Januar sagen“, erläutert der NABU-Landesvorsitzende Holger Buschmann.

Die Beobachtungen melden Vogelzähler bitte per Post (NABU, Stunde der Wintervögel, 10469 Berlin) oder einfach im Internet unter http://niedersachsen.nabu.de/aktionen/sdw/ oder auch unter www.stunderderwintervoegel.de.

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