Anzeige

Der Johannistag – ein Fest in der Jahresmitte

23. Juni 2017
Dr Sebastian Thier sieht im Johannistag eine Botschaft des Lichtes. Foto: Kirchenkreis
Anzeige

Peine. Pastor Dr. Sebastian Thier aus der Martin-Luther-Kirchengemeinde Peine erläutert den Johannistag. Zum 500. Jubiläum der Reformation informiert der evangelisch-lutherische Kirchenkreis Peine über kirchliche Feier- und Gedenktage.

Anzeige

Ungefähr zur Halbzeit des Kirchenjahrs, am 24. Juni, liegt der Johannistag. Er ist gewidmet dem Bußprediger Johannes der Täufer, einem Zeitgenossen von Jesus. Zu seiner Zeit ist er ein sehr bekannter Mann. Einige Zeit lebt er in der Wüste. Karg sind seine Kleidung und seine Ernährung. In der Wüste hört Johannes die Stimme Gottes. Er erhält einen Auftrag: Er soll das Volk zur Umkehr zu Gott aufrufen. Wer auf seine Botschaft hört, den soll Johannes zum Zeichen der Sündenvergebung im Jordan taufen (Lukas 3,2-3). Viele Menschen sind diesem Aufruf gefolgt. Auch Jesus selbst wandert in die Wüste zu Johannes und lässt sich von ihm im Jordan taufen. Kurz vor seinem Tod nimmt Johannes über seine Schüler Kontakt zu Jesus auf und lässt fragen: „Bist du es, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen anderen warten?“ (Matthäus 11,2-5).

Johannes der Täufer hatte also seine eigene Geschichte mit Jesus. Daher haben die Christen der Alten Kirche ihm auch einen Gedenktag zugedacht. Mit Bedacht haben sie den genau auf den 24. Juni – sechs Monate vor Weihnachten – gelegt. Zunächst heißt es in der Bibel, Johannes sei sechs Monate vor Jesus geboren. Da liegt es schon nahe, den Johannistag genau sechs Monate vor Weihnachten, dem Geburtsfest Jesu zu feiern. Daneben spielt aber noch etwas anderes eine Rolle. Von Johannes ist uns in der Bibel der Ausspruch überliefert: „Er – nämlich Jesus – muss wachsen, ich aber muss abnehmen (Johannes 3,30).“ Die alten Christen haben nun diesen Ausspruch in eine Beziehung zu den Jahreszeiten gesetzt. Der 24. Juni liegt in der Zeit der Sommersonnenwende. Die Sonne hat in ihrem Jahreslauf den Scheitelpunkt überschritten, von nun an werden die Tage kürzer. Das bedeutet im Jahreskreis: wir bewegen uns auf Weihnachten zu. Der Johannistag erinnert mich daran: Die Tage werden dunkler und kürzer; doch uns kommt von Gott her ein Licht entgegen, das alle Finsternis erhellt.

Zum Glück dauert es ja noch einige Wochen, bis wir die längeren Nächte und die zunehmende Dunkelheit auch deutlich spüren. Der Sommer fängt ja gerade erst an. Genießen wir die schöne Jahreszeit mit ihren hellen Tagen. Freuen wir uns an ihr, und seien wir dankbar, dass Gott uns so eine Zeit schenkt. Wenn dann nach den Sommerferien die Tage spürbar kürzer werden und wir die zunehmende Dunkelheit deutlich merken, mag uns die Botschaft des Johannistages ein Trost sein: Gott kommt mir entgegen und leuchtet mir als Licht in der Finsternis.

Medienpartner
Anzeigen
Kontakt zur Redaktion
Sie erreichen unsere Redaktion 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche per
E-Mail: peine@regionalheute.de
und montags bis freitags von 9 Uhr bis 17.30 Uhr per
Telefon 05331 / 88 27-26
Anzeigen