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Hertha-Peters-Brücke: CDU wütet gegen die Stadtverwaltung

9. August 2017 von
Im Rathaus ging es hoch her. Foto: Frederick Becker
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Peine. Der städtische Ausschuss für Planung und öffentliche Sicherheit befasste sich heute mehr als drei Stunden lang mit der Frage nach Neubau oder Sanierung der Hertha Peters-Brücke. Die politischen Fronten sind verhärtet, die CDU-Fraktion übte harsche Kritik an der Informationspolitik der Stadtverwaltung.

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Auf der Grundlage der im vergangenen Mai durchgeführten Belastungsprobe empfahl das Ingenieurbüro Schüßler Plan aus Hannover, die Brücke durch einen Neubau zu ersetzen. Damit schließen sich die Sachverständigen der Meinung des Ingenieurbüros grbv an, das die Brücke vor gut 30 Jahren geplant und danach betreut hatte und diese Einschätzung bereits vor gut vier Jahren abgab.  Schüßler Plan wurde erst im Nachhinein von der Stadtverwaltung mit einem eigenen Gutachten beauftragt, nachdem grbv den Sanierungsbedarf festgestellt hatte. Vertreter beider Büros gaben gestern auf der Ausschusssitzung ihre Einschätzung ab. Gleich zu Beginn einigten sich die Abgeordneten darauf, keinen Beschluss treffen zu wollen, sondern lediglich aufgrund der Expertenaussagen  weiter zu beraten. 

„Immer inneren der Holzkonstruktion ist alles zu spät“, konstatierte André Hörmeier von Schüßler Plan. Ein Instandsetzung der Brücke sei dennoch theoretisch möglich, sollte es gelingen die Ausbreitung des zerstörerischen Pilzes zu stoppen. Man würde zusätzlich einfach die aufgrund von Pilzbefall schadhaften Brückenteile austauschen. Das würde voraussichtlich um die 1,3 Millionen Euro kosten. Dieser Ansatz leuchtete nicht allen Ratsangehörigen ein. „Sie schlagen die Sanierung einer geschädigten Brücke vor, deren Lebensdauer ungewiss ist“, ärgerte sich FDP-Mann D. Rainer Döhring.

Ein  Neubau wird mit 3,3 Millionen veranschlagt, wäre aber, so die Experten, langfristig gesehen wirtschaftlicher. Stahlbrücken schreibt man eine durchschnittlich Lebensdauer von 100 Jahren zu, Holzkonstruktionen halten 30 Jahre. Außerdem wollten die Sachverständigen nicht ausschließen, dass bei Sanierungsarbeiten bisher unerkannte Schadstellen zum Vorschein kommen könnten. Um das auszuschließen, brauche es weitere Untersuchungen. 

Politische Grabenkämpfe brechen aus

„Ich dachte es wäre jetzt auch mal gut mit den Gutachten“, bemerkte die Grüne Ratsfrau Elke Kentner dazu. Überhaupt sorgten die Aussagen der Ingenieure für Unmut unter den Politikern, insbesondere bei den Vertretern der CDU-Fraktion. 

Als neue Handlungsoption brachten die Experten von Schüßler Plan einen Teilneubau ins Spiel, das sorgte bei den Politikern vollends für Verwirrung. Dr. Ingo Reinhardt von der CDU hatte auf eigenen Faust zu Brückenbau recherchiert und zweifelte vor diesem Hintergrund die Verlässlichkeit der Expertenaussagen an. Insbesondere was die Kostenberechnung anbelangt. Auch CDU-Fraktionschef Matthias Plett kritisierte, dass die Neubaukostenschätzung der Experten in den zurückliegenden Monaten mehrfach nach oben korrigiert worden sei.

Matthias Wehrmeyer von der SPD betonte, dass die Brücke nach wie vor tragfähig sei und ein Abriss deshalb nicht nötig. Außerdem seien Neubaukosten nicht exakt kalkulierbar. 

Die Opposition schoss sich auf die Experten und die Verwaltung ein. Man warf der Verwaltung vor, den Rat nicht angemessen über die Neubauempfehlung seitens grbv informiert zu haben. Mehr noch, hinter vorgehaltener Hand heißt es aus CDU-Kreisen, dass die Stadt sogar ein Gutachten angestrebt habe, welches statt eines Neubaus eine Sanierung der maroden Brücke empfehlen solle. Aus diesem Grund sei man auch von grbv zu Schüßler Plan gewechselt, denn man habe grbv verdächtigt, durch eine Neubauempfehlung einen lukrativen Planungsauftrag an Land ziehen zu wollen. 

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