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Katharina Luther: Ebenbürtige Partnerin des großen Reformators

20. Juni 2017
Katharina Luther alias Elisabeth Haug entführte das Publikum in die Zeit der Reformation. Foto: Kirchenkreis Peine
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Peine. Ein gedeckter Tisch mit Kerzenleuchter, Samtdecken und edlem Geschirr erwartete die mehr als 70 Besucher gestern in der St.Jakobi-Kirche. An diesem nahm Katharina Luther alias Elisabeth Haug Platz, um ihr Publikum mitzunehmen in die Welt der Reformationszeit.

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Der Kirchenkreis Peine hatte den Abend im Rahmen der Veranstaltungsreihe zum Reformationsjubiläum organisiert. Superintendent Dr. Volker Menke begrüßte die Gäste und berichtete kurz über den bisherigen Verlauf des Jubiläumsjahres und die weiteren Planungen. Dann hieß es: Bühne – oder besser Altarraum – frei für Elisabeth Haug. Die Schauspielerin, Sängerin und Tänzerin nahm ihren Dialog mit Ehemann Martin, genannt Martinus, auf, der freilich nur als Bild präsent war. Doch das störte nicht. Lebhaft, fordernd, hadernd, teils auch anklagend diskutierte Haug mit dem Porträt. Dabei ist die Künstlerin ständig in Bewegung, ordnet Geschirr auf dem Tisch, putzt Teller, holt Bier oder bereitet Tee zu. Zwischendrin setzt sie sich in einen der bequemen Polstersessel, nur um gleich wieder aufzustehen.

Keuschheit, das Verhältnis von Mann und Frau, Sünde, Gier, Bereicherung und Frieden

Dabei reißt sie Themen an, die die Welt damals und zum Teil auch heute noch bewegten und bewegen: Keuschheit, das Verhältnis von Mann und Frau, Sünde, Gier, Bereicherung und Frieden: „Stiften muss man den Frieden. Und wenn Frieden in jedem einzelnen Haus ist, dann ist Frieden im ganzen Land.“ Dabei wird immer wieder deutlich, dass Katharina, ganz im Gegensatz zu ihren Geschlechtsgenossinnen im 16. Jahrhundert, eine ebenbürtige Partnerin des großen Reformators war. Sie war klösterlich gebildet, beherrschte Latein und führte einen großen Haushalt. Oft nahmen bis zu 40 Menschen an ihrer Tafel Platz.

Zwischen den Rezitationen und auch zum Abschluss begleitet Jacob David Pampuch die Tischreden auf der Gitarre. Auf der Orgelempore spielend, nimmt er die jeweilige Stimmung auf und lässt sie in mal sanfte, mal lautere Töne fließen. Anhaltender Applaus belohnte nach einer guten Stunde die Künstler für ihre gelungene Leistung.

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