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Ist der Peiner Einzelhandel auf dem Holzweg?

14. Dezember 2017 von
Die Peiner Bürger wollen in Sachen Einzelhandel neue Wege gehen. Foto: Frederick Becker
Peine. Die Fraktion der Peiner Bürgergemeinschaft will das Einzelhandelskonzept der Stadt fortschreiben. Sie hat einen entsprechenden Antrag in den Rat eingebracht. Es geht dabei um eine "Änderung des Konzeptes für eine Anpassung an die aktuelle Einkaufssituation".

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„Der Rat der Stadt hat in 2009 eine Fortschreibung des Einzelhandelskonzepts beschlossen. Damals war die Problemlage des Kaufhauses Hertie schon in Sichtweite, die großen Fraktionen im Stadtrat haben aber trotzdem – unter Mitwirkung der Vertreter der Kaufleute – ausschließlich an dem ‚alten‘ Konzept, einer Schutzsituation für den Einzelhandel in der Kernstadt und in den Stadtteilen, festgehalten“, begründen die Peiner Bürger den Antrag.

Wesentliche Aussage sei die Beibehaltung der Bestimmung der Sortimente und Verkaufsbereiche für den Einzelhandel in Peine und die Stärkung des Mittelzentrums Peine in der Region gewesen. „Bezogen auf die Innenstadt war das speziell die Absicherung der Verkaufsmöglichkeiten in der Fußgängerzone – vom Markt bis zur Bahnhofstraße. Eine Erweiterung der Verkaufsmöglichkeiten für die angrenzenden Bereiche und Straßen beziehungsweise eine Anbindung der Südstadt durch die Einbeziehung des Friedrich-Ebert-Platzes wurde leider abgelehnt“, heißt es in dem Antrag. 

Die Digitalisierung hat Peine verändert

„Inzwischen sind nicht nur acht Jahre vergangen, es gibt großflächige, gut erreichbare, mit ausreichend Parkplätzen ausgestattete Einkaufszentren, Discounter und SB-Warenhäuser und speziell den bequemen Einkauf von Zuhause über das Internet“. In den umliegenden Großstädten hätten sich Shopping-Center als Magneten etabliert.

„Der Magnetbetrieb ‚Hertie‘ wurde geschlossen – eine Nachfolgenutzung ist bis heute noch in weiter Ferne – und die wenigen Geschäfte der Fußgängerzone sollen es richten. Leider sind deren Angebote eingeschränkt und – wenn vorhanden – auch oftmals ohne Auswahl. Viele Artikel bekommt man nicht mehr in der Innenstadt, sondern nur bei den großen Anbietern im Außenbereich“, beklagen die Peiner Bürger. Da aber auch dort nicht alle Produkte erhältlich und oft auch keine Konkurrenz-vergleiche möglich seien, würden viele Peiner und Einwohner der umliegenden Gemeinden gleich nach Hildesheim, Braunschweig oder Hannover fahren.

„Auch die inzwischen gebaute City-Galerie kann hier nicht helfen. Die Raumgrößen sind für gute Anbieter nicht ausreichend und auch für kleinere Geschäfte schlecht geschnitten. Zudem ist die Galerie zu klein für eine notwendige Anzahl an Anbietern und vergleichende Verkaufsangebote“, moniert die Fraktion. „Das bisher bestehende Einzelhandelsentwicklungskonzept lässt den Verkauf vieler Warensortimente in der City ausschließlich in der Fußgängerzone zu und damit kann jeder Eigentümer oder Investor seine Mietpreise laufend hochsetzen und auch bei Leerstand abwarten, bis sich ein neuer Mieter meldet.“ 

Die Stadt braucht den Handel

Die Stadt braucht den Handel und große Teile des Handels seien auf funktionierende Städte angewiesen. „Der innerstädtische Handel mit seiner jeweils stadtindividuellen Mischung aus kleinen, mittleren und großen Einzelhandelsunternehmen trägt erheblich zur Unverwechselbarkeit und Attraktivität der Städte bei.“ Die Einzelhandelsunternehmen bräuchten ein attraktives Umfeld, dass sich auf den öffentlichen Straßenraum und die öffentlichen Wege und Plätze erstreckt.

„Diese Voraussetzungen kann man nur mit einem zeitgemäßen Einzelhandelsentwicklungskonzept erreichen“, konstatieren die PB. Deswegen schlagen sie vor, das Alleinstellungsmerkmal der Breiten Straße und Fußgängerzone für bestimmte Sortimente und Waren zu kippen und angrenzende Straßen und den Friedrich-Ebert-Platzes in das Konzept einzubeziehen.

Wir beantragen daher die Fortschreibung des Einzelhandelsentwicklungskonzeptes und damit eine Änderung des Konzeptes für eine Anpassung an die aktuelle Einkaufssituation.

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