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SuedLink: 25 bis 30 Meter breite Stromtrasse quer durch Peine

19. Mai 2017 von
Geplanter Stromtrassenverlauf im Landkreis Peine. Karte: Landkreis Peine
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Peine. Nicht nur das Landvolk bemühte sich jüngst um das Thema der geplanten SuedLink Stromtrasse, die auch durch den Landkreis Peine führen soll. Die Politik diskutiert fleißig mit, so auch im Bauausschuss des Landkreises am Dienstag. Geplant ist der Bauginn für 2021.

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Die Verwaltung stellte dem Ausschuss hierfür einen Bericht vor, um einen Überblick über das Vorhaben zu geben. Vor dem Hintergrund der Energiewende bezeichnet SuedLink die erdverlegte Stromkabeltrasse, die aus den zwei Verbindungen zwischen Wilster (Schleswig-Holstein) und Grafenrheinfeld (Bayern) sowie Brunsbüttel (Schleswig-Holstein) und Großgartach / Leingarten (Baden-Württemberg) besteht.

Diese beiden Verbindungen werden auf einer Länge von circa 600 Kilometer parallel geplant und zusammen auf einer Stammstrecke gebaut.SuedLink soll den Transport von Strom aus erneuerbaren Energien zwischen Nord- und Süddeutschland gewährleisten und gleichzeitig Netzschwankungen ausgleichen.

Realisiert wird SuedLink durch die beiden Übertragungsnetzbetreiber TenneT und TransnetBW. Nachdem Ende 2015 der Erdkabel-Vorrang für Gleichstromprojekte wie SuedLink gesetzlich beschlossen wurde, haben die beiden Vorhabenträger ihre Planung neu aufgesetzt. Die ersten Vorschläge zu möglichen Verläufen der Erdkabel-Korridore liegen seit dem 27. September 2016 vor.

Planung der Trassenkorridore

Von den Netzbetreibern war zunächst nach Möglichkeit ein einziger Trassenkorridor von circa 500 bis 1.000 Meter Breite zu ermitteln, der sich idealerweise an der Luftlinie zwischen dem SuedLink-Anfangspunkt im Norden und dem Endpunkt im Süden orientiert. Unter Beachtung der Vorgaben der Raumordnung waren dabei in der Planung sowohl Raumwiderstände (zum Beispiel Siedlungen, Naturschutzgebiete und Flüsse) als auch bautechnische Kriterien (Bodenbeschaffenheit, Topographie) zu berücksichtigen.

SuedLink Trassenkorridore. Karte: Landkreis Peine

Nach einer EDV-gestützten Auswertung wurden im Wesentlichen zwei mögliche Trassenkorridore identifiziert, die sowohl westlich als auch östlich von Hannover, Göttingen und der Rhön verlaufen.

Technische Einzelheiten und Auswirkungen

Die fertige Trasse wird circa 25 bis 30 Meter breit sein, während der Bauphase werden allerdings etwa 50 Meter Breite benötigt. Die Kabel liegen in der Regel in einer Tiefe von 1,80 bis 2 Metern, die Mindestüberdeckung beträgt jedoch 1,30 Meter.

Bei voller Auslastung der Kabel ist mit einer Erwärmung des Umfeldes zu rechnen, der jedoch mit entsprechenden Maßnahmen entgegengewirkt werden kann.

SuedLink im Landkreis Peine

Die östliche Trassenvariante tritt – aus der Region Hannover kommend – bei Abbensen in den Landkreis Peine ein, führt an Schwicheldt, Equord und Solschen vorbei und verlässt den Landkreis südlich von Adenstedt wieder. Betroffen von der Erdverkabelung wären die Gemeinden Edemissen, Hohenhameln und Ilsede sowie die Stadt Peine. Der genaue Verlauf dieser Trassenvariante ist in Anlage 2 dargestellt. Die andere Trassenvariante verläuft etwas westlich von Hannover. Als Raumwiderstände wurden verschiedene archäologische Fundstellen (Untere Denkmal- schutzbehörde), drei Landschaftsschutzgebiete (Fachdienst Umwelt), sowie Vorranggebiete für Windenergieanlagen und unterirdische Leitungstrassen (ZGB) identifiziert.

Historie

Bis 29. November 2016: Behörden, Bürgerinnen und Bürger konnten Hinweise zu den Trassenkorridoren an die Netzbetreiber geben.

7. April 2017: Antragstellung auf Bundesfachplanung durch die Netzbetreiber.

13. Juni 2017: Antragskonferenz im Rahmen der Bundesfachplanung.

Das sich anschließende Planfeststellungsverfahren ist noch nicht genau terminiert.

2021: Geplanter Baubeginn.

2025: Geplante Baufertigstellung.

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