Anzeige

Weihnachten – wie war das nochmal?

24. Dezember 2017
Weihnachten wird erst seit gut 150 Jahren in der heutigen Form gefeiert. Fotos: Kirchenkreis
Peine. Im 500. Jubiläumsjahr der Reformation erklärt der evangelisch-lutherische Kirchenkreis die Feiertage. Da darf natürlich auch Weihnachten nicht fehlen. Pastor Frank Niemann aus St.-Jakobi weiß einiges über den Hintergrund zu berichten:

Anzeige

Zu Weihnachten feiern wir die Geburt von Jesus, Kind der Maria aus Nazareth. Seine Geburt wird im Neuen Testament von Lukas besonders gestaltet. Die ganze damals bekannte Welt mit dem Herrscher und Kaiser Augustus gerät in Bewegung, Maria und Josef sind auf dem Weg, Engel und Hirten erklären beziehungsweise sehen, was in einer Nacht in Bethlehem geschieht. Matthäus setzt andere Akzente: die Geburt wird gerade so eben erwähnt und Sterndeuter kommen, um den neugeborenen König anzubeten. Beide Evangelisten betonen: nicht der römische Kaiser in seiner ganzen Macht, sondern Jesus ist der Sohn Gottes und in ihm erkennen Christinnen und Christen das Wesen Gottes.

Pastor Frank Niemann aus St.-Jakobi. 

Den 25. Dezember als jährlich wiederkehrendes Fest der Geburt Jesu Christi feierten zuerst Christinnen und Christen in Rom. Das war nach allem, was man weiß, im 4. Jahrhundert. In anderen Gebieten, meist weiter im Osten, hatte man den 6. Januar als Erscheinungsfest Christi (Epiphanias) festgesetzt. Dem Fest wurde eine Vorbereitungszeit vorangestellt. Eine Festwoche und eine noch weiter reichende Festzeit (Weihnachtszeit) schlossen sich an. So strahlte das Fest in die Zukunft aus, ganz anders noch als in unserer Wahrnehmung, in der die „Weihnachtszeit“ im September mit den ersten Lebkuchen in den Lebensmittelmärkten beginnt und sich dann bis zum Heiligen Abend steigert.

Der 25. Dezember trug den lateinischen Namen „Dies natalis“, Tag der Geburt. Gemeint ist natürlich „des Herrn Jesus Christus“. Aus dem lateinischen Ursprung leiten sich die Wörter Natale, Navidad oder Noël ab. Dem Fest ging eine „Heilige Nacht“ voraus. Sie war Auftakt und die Vorbereitung und wurde in einer Vorabendmesse begangen. In evangelischer Zeit bildeten sich Christvesper, Christnacht und Christmette heraus, die bis heute unterschiedlich gefüllt sind. In vielen Kirchengemeinden werden ganz selbstverständlich Krippenspiele aufgeführt.

Die Musik hat gegenwärtig zur Weihnachtszeit eine noch größere Bedeutung als zu anderen Festen. Ein Beispiel dafür ist das Weihnachtsoratorium Johann Sebastian Bachs. Es wurde allerdings ursprünglich in sechs Teilen vom 1. bis 3. Weihnachtstag (!) über das Fest der Beschneidung und Sonntag nach Neujahr bis zum Epiphaniastag aufgeführt.

Das Fest verändert sich, wie es sich immer verändert hat. Unsere Art, die Festtage zu begehen, hat ihren Ursprung vermutlich in der Mitte des 19. Jahrhunderts, als der Tannenbaum zu immer höheren Ehren kam und auch die Zahl der Geschenke stetig zunahm. Jedenfalls bei denen, die es sich leisten konnten. Allen gemeinsam gilt aber immer noch die Botschaft, die Nikolaus Hermann in seinem Choral „Lobt Gott, ihr Christen, alle gleich“ so formuliert hat: „Er äußert sich all seiner Gewalt, wird niedrig und gering, … der Schöpfer aller Ding.“

Medienpartner
Anzeigen
Kontakt zur Redaktion
Sie erreichen unsere Redaktion 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche per
E-Mail: peine@regionalheute.de
und montags bis freitags von 9 Uhr bis 17.30 Uhr per
Telefon 05331 / 88 27-26
Anzeigen