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Wertstoffinseln vermüllen im Landkreis Peine

30. November 2017
Die Vermüllung der Wertstoffinseln im Bild. Fotos: A+B
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Peine. Im Zusammenhang mit der Vermüllung von Wertstoffinseln im gesamten Landkreis Peine hat sich nun Brigitta Saal von den Abfallwirtschafts- und Beschäftigungsbetrieben (A+B) selbst ausführlich zu dem Thema geäußert. Wir geben die Mitteilung ungekürzt und unkommentiert wieder.

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A+B betreibt im Landkreis Peine 189 Wertstoffinseln, die wöchentlich von unserem Inselservice angefahren und gereinigt werden. Die Vermüllung der Inseln ist ein stetes Thema und sie nimmt weiterhin zu. Es handelt sich um wilde Ablagerungen von Rest-, Sperr- und Biomüll sowie Gelben Säcken.

Schlachtreste in Müllsäcken

Gefundene Schlachtabfälle

A+B möchte auf einen eklatanten Fall in Essinghausen hinweisen. Innerhalb von einer Woche wurde der Inselservice zweimal mit besonders schweren Fällen von Vermüllung konfrontiert. Am 21.11.2017 fanden die A+B Mitarbeiter innerhalb der umzäunten Wertstoffinsel „Zur Ilsenburg/Heideweg“ in Essinghausen mehrere schwarze Säcke mit Schlachtabfällen. Diese wurden kostenpflichtig von einem beauftragten Spezialunternehmen entsorgt.

Nur vier Tage später wurde auf derselben Wertstoffinsel eine große Menge Sperrmüll abgelagert. Ein Zeuge hat den Vorfall beobachtet und zeigte diesen am Montag, dem 27.11.2017 bei A+B an. Ein Ordnungswidrigkeitsverfahren wird in Gang gesetzt.

Vorgegebene Entsorgungswege werden ignoriert

Fotos dokumentieren, dass die Verursacher vor nichts zurückschrecken, um Kosten und Aufwand zu sparen. Da A+B alles reinigt, wird dies quasi als Freibrief gesehen, weiterhin Restmüll abzulagern. Die Verursacher der Vermüllung möchten Gebühren sparen oder handeln mutmaßlich aus Bequemlichkeit, vielleicht auch Unwissenheit – trotz des umfangreichen Informationsangebotes von A+B und einer kostenfreien Sperrmüllabholung im Jahr. Die vorgegebenen Entsorgungswege werden ignoriert. Stattdessen werden der Gesamtheit der Gebührenzahler die Folgekosten aufgebürdet.

„Probleminseln“ in Ortsrandlage

Vermüllte Wertstoffinsel in Essinghausen

Allein an den 128 Wertstoffinseln in den Landkreisgemeinden (ohne Stadt Peine) werden jeden Monat bis zu acht Tonnen wilder Müll entsorgt. Insgesamt wurden 2016 im Landkreis Peine 326 Tonnen wilder Müll von A+B eingesammelt (auf den Wertstoffinseln und in der Landschaft abgelagerter Müll). In der Regel werden die Inseln einmal wöchentlich gereinigt. Es gibt jedoch Standorte im Landkreis, die wegen zu starker Vermüllung täglich angefahren werden müssen.

Oft befinden sich „Probleminseln“ in Ortsrandlage, da hier die soziale Kontrolle fehlt, wie das Beispiel Essinghausen zeigt. Der erhöhte Reinigungs- und Entsorgungsaufwand verursacht erhebliche Mehrkosten, die von der Allgemeinheit der Gebührenzahler getragen werden müssen. Allein 2016 betrugen die Kosten für die Reinigung aller Wertstoffinseln im Landkreis Peine insgesamt 140.000 Euro.

Nutzerverhalten trägt zur Situation bei

Auf den Wertstoffinseln ist aber nicht nur der neben den Altpapier-, Altkleider- und Altglascontainern abgelagerte Müll ein Problem. Oft werden auch die Altpapiercontainer fehlbefüllt, sodass der Inhalt als Restmüll entsorgt werden muss.  Zu dieser unbefriedigenden Situation trägt auch das Nutzerverhalten bei. Kartonagen und Pappen werden nicht zerkleinert oder gefaltet, bevor sie in den Container gegeben werden, sodass Volumen verschenkt wird und der Container rasch voll ist. Bürger, die dann zur Entsorgung kommen und volle Container vorfinden, stellen ihre Abfälle einfach neben den bereits vollen Behältern ab. Das ist für manche eine Einladung, noch mehr dazuzustellen, seien es Wertstoffe oder andere Abfälle.

Für großvolumige Kartonagen oder große Mengen Pappen, die nicht über die häusliche Altpapiertonne entsorgt werden können, bietet A+B die großen Presscontainer auf den Wertstoffhöfen als Entsorgungsmöglichkeit.

Hohe Fehlwurfquote bei Altkleidercontainern

Die auf den Inseln befindlichen Altkleidercontainer weisen ebenfalls eine hohe Fehlwurfquote auf. Bei Leerung der Altkleidercontainer wird der Restmüllanteil vor Ort aussortiert und vom Inselservice noch am gleichen Tag abgeholt. A+B hatte sich in der Vergangenheit darum bemüht, alle Altkleidercontainer im Landkreis in Eigenregie zu betreiben, da oft genug Nutzer von Fremdcontainern ihre Abfälle zum Beispiel bei überfüllten Behältern auf den Wertstoffinseln ablagern, den Betreibern der Fremdcontainer aber keine Reinigungspflicht obliegt.

Vor dem Hintergrund der Gesamtproblematik ist es nicht verwunderlich, wenn die Schließung von Wertstoffinseln eine naheliegende Option ist.

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