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Anonyme Bestattungen: Ablauf im schlichten Rahmen

17. Mai 2018 von
Wenn sich die Angehörigen nicht kümmern, tut es die Stadt. Symbolfoto: Anke Donner
Peine. Immer öfter ist der letzte Weg ein einsamer Weg. Ohne Familie, ohne Freunde. Der demographische Wandel in der Gesellschaft führt dazu, dass immer mehr Menschen alleine leben und oft einsam sterben. Folge: Es kommt immer öfter vor, dass es keinen Abschied am Grab gibt sondern eine anonyme Bestattung. In Peine waren es im vergangenen Jahr 14 Fälle.

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„Die Stadt Peine hat aufgrund der gesetzlichen Verpflichtung gemäß § 8 Abs. 4 Satz 1 Bestattungsgesetz Niedersachsen (BestattG) eine Bestattung aus Gefahrenabwehrgründen zu veranlassen und die damit verbundenen Kosten zu übernehmen, sofern niemand bekannt ist, der für eine kurzfristige Beerdigung (innerhalb von acht Tagen nach dem Eintritt des Todes) des Verstorbenen sorgen könnte“, erklärt Stephanie Axmann für die Stadt Peine auf Anfrage von regionalHeute.de. Diese Verpflichtung trete auch dann ein, wenn keine Verwandten vorhanden sind. In solchen Fällen organisiere und finanziere das Ordnungsamt der Stadt Peine die Bestattung.

Im Jahr 2017 seien durch das Ordnungsamt 14 Sterbefälle/Bestattungen organisiert worden, im Jahr 2011 waren es elf und in 2016 18.

Auf Trauerfeier, Blumenschmuck und Kapelle wird verzichtet

„Bei der Bestattung ist zu beachten, dass die Wünsche des/der Verstorbenen über die Art und Weise der Bestattung sowie die Wahl des Friedhofs, soweit nachweislich bekannt und finanziell belegbar, berücksichtigt werden“, so Axmann weiter. Feste Vorgaben bezüglich der Bestattungsform (Erd-/Feuerbestattung) und der Grabform gebe es nicht. Auf Grund der Rechtsprechung der Verwaltungsgerichte sei die Stadt Peine jedoch angehalten, die Kosten für eine Bestattung, die von der Stadt, das heißt von der Allgemeinheit finanziert wird, möglichst gering zu halten. „Daher findet die Bestattung in einem angemessenen schlichten Rahmen ohne Trauerfeier, Blumenschmuck sowie Kapelle statt“, erklärt die Stadtsprecherin.

Die Beisetzung der Verstorbenen erfolge in der Regel in Peine. Für die Bestattungen durch das Ordnungsamt der Stadt Peine seien keine bestimmten Friedhöfe vorgesehen.

Suche nach Kostenerstattung

Die Kosten für die Bestattungen, die durch die Stadt Peine finanziert werden, seien in nahezu jedem Bestattungsfall unterschiedlich und in jedem Bestattungsfall, der von der Stadt Peine finanziert werde, versuche die Stadt, die Bestattungskosten erstattet zu bekommen. Die Kostenerstattung könne beispielsweise von Kreditinstituten, bei denen ein Verstorbener Konten führte oder auch vom Pflegeheim (Stichwort Heimkonto) erfolgen.

Oft reiche dieses Geld zur Deckung der Unkosten jedoch nicht aus. „Für den ungedeckten Rest haften die bestattungspflichtigen Verwandten gesamtschuldnerisch in der im BestattG festgelegten Rangfolge. Wer die Kosten einer Bestattung nicht selbst tragen kann, kann sich an den zuständigen Sozialhilfeträger wenden und dort eine Übernahme der Bestattungskosten beantragen. Auch Erben sind gemäß § 1968 BGB für die Übernahme der Kosten der Beerdigung des Erblassers heranzuziehen“, so Axmann abschließend.

 

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