Aus für Peiner Eulenmarkt – Dehoga ist empört

19. März 2018
Der Eulenmarkt 2017. Foto: Frederick Becker
Peine. Vergangene Woche wurde bekannt, dass der traditionelle Peiner Eulenmarkt in diesem Jahr nicht stattfinden soll und vermutlich auch in Zukunft nicht mehr veranstaltet wird. Der Dehoga Kreisverband Peine ist darüber empört und nimmt in einem offener Brief an die Peine Marketing dazu Stellung. Wir veröffentlichen diesen ungekürzt und unkommentiert.

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Empörung haben wir die Beendigung des Peiner Eulenmarktes zur Kenntnis nehmen müssen.

Wir vom Kreisverband Peine des Dehoga Niedersachsen als Vertreter der Wirte vom Eulenmarkt sind sehr überrascht über diese doch – wie es scheint – recht einsame Entscheidung. Warum wurden die Beteiligten nicht zu einem Gespräch eingeladen? Warum gab es für die Betroffenen keine Möglichkeit der Diskussion, bevor diese traditionelle Veranstaltung zu Grabe getragen wurde?

Seit Jahren keine Gespräche mehr

Bereits in den ersten Gesprächen nach der Übertragung der Organisation an die Peine Marketing haben die Wirte eine schrittweise Neuausrichtung des Peiner Eulenmarktes gefordert. Auch später wurde dieses Thema mehrfach angeschnitten – leider ohne Erfolg. Seit mehreren Jahren hat es zwischen Wirten und Peine Marketing keine Gespräche mehr gegeben. Die Wirte sind verärgert über die kurzfristige Entscheidung. Für diesen Termin Ersatzveranstaltungen zu finden, wird schwierig. In der Regel sind diese über Jahre vergeben und Bewerbungsfristen zu diesem Zeitpunkt bereits abgelaufen.

Wir fragen uns: Ist es dem Aufsichtsrat der Peine Marketing und den Vertretern der Parteien im Stadtrat egal, dass eine weit über die Kreisgrenzen hinaus bekannte Veranstaltung als Imagebotschaft für Peine nicht mehr genutzt werden kann, ist es tatsächlich nicht so wichtig oder wurden besagte Gremien auch nicht im Vorfeld befragt oder informiert?

Stillstand ist Rückschritt

Ein Organ, das Marketing für die Stadt betreibt, ist gut und wichtiger denn je. Wenn man jedoch jedes Jahr das gleiche Konzept aus der Schublade zieht, ist das keine Werbung für eine lebendige, sich weiterentwickelnde Stadt. Stillstand ist Rückschritt – das weiß jeder Geschäftstätige. Man muss die übers Jahr verteilten Veranstaltungen als Ganzes sehen und darf sie nicht als einzelne Profitcenter verstehen. Werbung kostet Geld und bringt in den seltensten Fällen direkte Erträge. Und auch Stadtmarketing kostet Geld. Die Summe der Veranstaltungen aber stellen Peine in ein positives Licht – man nimmt auch von außen wahr: hier ‚findet Leben Stadt‘.

Im Umkehrschluss bedeuten solche Veranstaltungen auch zusätzliche Umsätze für Gastronomie und Einzelhandel. Die dadurch zusätzlich anfallenden Steuereinnahmen darf man in der Nachkalkulation solcher Veranstaltungen nicht außer Acht lassen. Die Stadt Peine wird wohl kaum auf diese Einnahmen verzichten wollen. Schade, dass diese zusätzlichen Einnahmen für Gewerbetreibende und das Stadtsäckel jetzt einmal mehr in Braunschweiger oder Hannoveraner Kassen fließen. Dafür dürfen Handel und Gastronomie den trotzdem stattfindenden verkaufsoffenen Sonntag selbst bewerben und haben damit zusätzliche Kosten.

Positives Image „mitkaufen“

Weitsichtiger wäre gewesen, das Konzept des Eulenmarktes nicht nur zu überdenken sondern auch neue Ideen zu integrieren – und dabei Betroffene zu Beteiligten zu machen. Sponsorengelder sind vielleicht nicht mehr in Höhen wie vor zwanzig Jahren vorhanden – trotzdem werden sie weiterhin fleißig verteilt – und zwar dorthin wo man ein positives Image ‚mitkauft‘. Anstatt immer neue Konzepte für andere Veranstaltungen zu entwerfen, hätten diese besser für den Eulenmarkt genutzt werden können – um Besucherzahlen und Umsätze zu halten oder zu steigern und die Veranstaltung für Sponsoren interessant zu halten.

Wir fordern:

  • dass der Eulenmarkt 2018 stattfindet und Peine Marketing sofort mit allen Betroffenen und Beteiligten kurzfristig umsetzbare Ideen erörtert und umsetzt
  • dass der Eulenmarkt auch in den Folgejahren stattfindet – mit einer Konzeptauffrischung und inhaltlichen Neuausrichtung
  • Auflockerung der Angebotseinschränkungen
  • Anpassung der Standgebühren an gesunkene Besucherzahlen
  • Senkung der Standgebühren als positives Signal für Marktbeschicker nutzen, um die Vielfalt der Stände zu erhöhen

Mit freundlichen Grüßen

Dehoga Kreisverband Peine

Torsten Kowohl (1. Vorsitzender), Mario Roffka (2. Vorsitzender)

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