Anzeige

Byl zu Gewässerkeimen: Reserveantibiotika verbieten

7. Februar 2018
Symbolfoto: Anke Donner
Region. Recherchen des NDR haben ergeben, dass sich in vielen Gewässern Niedersachsens gefährliche, multiresistente Keime befinden. Imke Byl, für die Region Braunschweig-Wolfsburg zuständige Landtagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen, sieht akuten Handlungsbedarf.

Anzeige

„Die Landwirtschaftsministerin Otte-Kinast sieht keine Handlungsnotwendigkeit und das Umweltministerium will sich nur an gesetzliche Minimal-Standards bei Kläranlagen halten,“ so Byl. „Statt die erfolgreiche Antibiotika-Minimierung der rot-grünen Zeit fortzusetzen, sieht die Große Koalition nun keinen Handlungsbedarf. Das halte ich für fahrlässig.“

Imke Byl (Grüne) fordert das Verbot von Reserveantibiotika. Foto: regionalHeute.de

In den vergangenen fünf Jahren wurde der Einsatz von Antibiotika in der Tiermedizin um mehr als die Hälfte gesenkt. Das ist der Erfolg einer umfassenden Antibiotika-Strategie unter Rot-Grün und des grünen Ex-Landwirtschaftsministers Christian Meyer. Auch wenn der Antibiotikaeinsatz gesunken ist, wird jedoch gerade das wichtige Reserveantibiotikum Colistin weiterhin – besonders in der Geflügelmast – eingesetzt. „Es liegt doch auf der Hand, was zu tun ist: Reserveantibiotika in der Tierhaltung müssen vom Bund verboten werden! Außerdem brauchen wir systematische Untersuchung auf antibiotikaresistente Keime in Gewässern,“ fordert Byl.

Auch die Arbeit des Interministeriellen Arbeitskreises (IMAK) müsse vor dem Hintergrund der neuen Messungen konsequent weitergeführt werden und Gefährdungsabschätzungen für alle möglichen Wege der Kontamination intensiv geprüft werden. Auf der Grundlage könne dann auch geklärt werden, ob und wo spezielle Kläranlagen für Krankenhäuser oder Schlachthöfe hilfreich sind. „Das Wichtigste ist und bleibt allerdings die Vermeidung von Einträgen“, so Byl.

Zum Hintergrund:

Während die CDU in der letzten Legislaturperiode wiederholt darauf bestanden hat, dass in der Nutztierhaltung im Notfall auch für die Humanmedizin wichtige (Reserve-)Antibiotika erlaubt bleiben sollten, haben die Grünen hier schon lange auf die Gefahr hingewiesen, dass bald keine wirksamen Antibiotika mehr zur Behandlung von Krankheiten bleiben. Dass sich Resistenzgene eines der laut WHO wichtigsten Reserveantibiotika nun in der Umwelt angereichert haben, kann man nicht ernst genug nehmen.

Medienpartner
Anzeigen
Kontakt zur Redaktion
Sie erreichen unsere Redaktion 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche per
E-Mail: peine@regionalheute.de
und montags bis freitags von 9 Uhr bis 17.30 Uhr per
Telefon 05331 / 88 27-26
Anzeigen