Handyfreie Zone: Smartphones aus Peiner Kita verbannt

10. Januar 2019
Mit dem Handyverbot möchten Kita und Krippe wieder das Wichtigste in den Fokus rücken: Das Kind. Symbolfoto: Anke Donner
Peine. Im Rahmen der Kampagne „Heute schon mit Ihrem Kind gesprochen?" des Jugendamtes des Landkreis Peine, gefördert durch die Erich Mundstock Stiftung, regten Kitas zu einer besonderen Aktion an.

Laut Pressemitteilung des Landkreises Peine haben sich die Kindertagesstätte Regenbogen aus Rosenthal und die Kinderkrippe Bullerbü aus Telgte zu einer handyfreien Einrichtung auf Zeit entschlossen und Eltern dazu eingeladen, sich diesem Selbstversuch anzuschließen. „Wie verführerisch ist der schnelle Blick auf das Handy. Wie wird das Wetter? Gibt es eine neue Nachricht? Schnell noch ein Foto machen… Smartphones, eine digitale Erleichterung für den Alltag, können sich besonders im Miteinander mit kleinen Kindern negativ auswirken. Auch wenn sie körperlich anwesend sind, für Kinder verschwinden die handynutzenden Erwachsenen mental in einem schwarzen Loch. Für ein kleines Kind eine verwirrende Erfahrung, die auf Dauer zu Entwicklungsstörungen, beispielsweise bei der Sprache, führen kann“, schreibt der Landkreis in der Pressemitteilung.

Fokus mehr auf das Smartphone gerichtet

„Wir Erwachsenen erliegen so schnell der Faszination Handy und bemerken gar nicht, wie damit wertvolle Zeit und Aufmerksamkeit für die Kinder aufgefressen wird“, erklärt Silvia Ahrens, Leiterin der städtischen Kita in Rosenthal. Ihre Kollegin Silke Westphal von der Krippe Büllerbü ergänzt: „Besondere Ereignisse werden nur noch durch den Sucher der Handykamera gesehen. Und bei alltäglichen Situationen, wie beispielsweise dem Bringen in die Kita oder dem Abholen aus der Kita, ist manchmal der Fokus weniger auf das Kind, sondern mehr auf das Smartphone gerichtet.“ Insgesamt sei die Aktion „Handyfreie Kita“ bei den Eltern auf positive Resonanz gestoßen.

Eltern unterstützen die Aktion

So auch bei Benjamin Sinram, Vater zweier Söhne aus der Kita Regenbogen. „Grundsätzlich befürworte ich alles, was dazu führt, dass die Mediennutzung bewusster geschieht. Ich denke, es war ein guter Impuls, um in die Diskussion zu kommen.“ Bei den Sinrams zu Hause galt bereits schon vor der Kampagne die Familienregel „Kein Handy beim Essen“. Sinram wünscht sich aber trotzdem, dass auch in der Kita das eine andere digitale Medium Einzug hält und ergänzt: „Die Digitalisierung passiert und je früher man mit einem bewussten Umgang anfängt, desto besser ist das in Hinblick auf die zukünftigen Chancen der Kinder.“

„Kinder sollen lieber spielen“

Claudia Rüer, Mutter eines 15 Monate alten Sohn in der Krippe Bullerbü, sieht ebenfalls die Notwendigkeit, dass Kinder kompetent mit digitalen Medien aufwachsen, da ihr späteres Beruf- und Privatleben durch Medien bestimmt wird. „Man sollte digitale Medien nicht komplett verbieten oder wegschließen und das Kind damit gar nicht in Berührung kommen lassen“, erklärt sie, „gerade für die Kontakte zu Großeltern ist beispielsweise die Videotelefonie sehr schön.“ Gleichzeitig warnt sie aber auch: „Andererseits dürfen sie nicht als Babysitter oder Ablenkung missbraucht werden.“ Für Rüer ist der Einsatz digitaler Medien in der Krippe oder Kita allerdings nicht sinnvoll. „Da sollen die Kinder lieber spielen und sich miteinander auseinandersetzen“, resümiert sie. Die Aktion „Handyfreie Kita“ hat in ihrer Familie bewirkt, die eigene Mediennutzung bewusst auf den Prüfstein zu stellen.

Informationen zur Kampagne sind bei Heike Kubow vom Jugendamt des Landkreises Peine unter der Rufnummer 05171 / 401 30066 oder per Mail an h. kubow@landkreis-peine.de erhältlich.

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