MIT: „CO2 Reduktion ist Chefsache in jedem Unternehmen“

24. Dezember 2018
Tim Faustmann, Vorsitzender des Kreisverbandes Peine der MIT Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU / CSU. Foto: MIT
Peine. Die MIT Niedersachsen setzt sich für das Ziel zur Erreichung des nationalen Klimaschutzziels 2050 durch nachhaltigen Einsatz der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie in Niedersachsen ein. CO2 Reduktion ist Chefsache in jedem Unternehmen. Das teilt Tim Faustmann, Vorsitzender des MIT Kreisverbandes Peine mit.

Im Folgenden der Antrag im Wortlaut:

Im Rahmen des Klimaschutzplans 2050 wurden konkrete Sektorenziele herausgearbeitet. Bis zum Jahr 2016 konnte bereits eine Reduktion um 27 Prozent erreicht werden. Jedoch trugen einzelne Sektoren sehr unterschiedlich zu dieser Entwicklung bei. Während in der Stromversorgung in den letzten Jahren der Einsatz von Kohleverstromung wieder zu einem Anstieg der THG-Emissionen führte, stiegen im Straßenverkehr die THG-Emissionen zwischen 1990 und 2016 sogar um 4 Prozent an. Wir möchten uns daher in der MIT für eine Sektorenkopplung in der Energiewirtschaft, des Umweltschutz und der Mobilität einsetzen.

Der Straßenverkehr stellt aktuell eine der größten Herausforderungen beim Klimaschutz dar und der Schwerlastverkehr auf der Straße nochmals eine verschärfte. Für einen erfolgreichen Klimaschutz muss der Energiebedarf in Deutschland weiter reduziert und der Einsatz von erneuerbaren Energien deutlich verstärkt werden. Dabei soll der Umstieg auf elektrischen Strom aus erneuerbaren Energien eine zentrale Rolle spielen. Zur Sicherstellung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie sowie des deutschen und niedersächsischen Mittelstands kann diese Aufgabe im Bereich des H2 Wasserstoff Einsatz als Energieträger und im Straßenverkehrs vor allem durch den intensiven Einsatz von Elektromobilität, einschließlich umfangreicher Nutzung von grünem H2 Wasserstoff mit Brennstoffzellenfahrzeugen erreicht werden.

Zudem sollte der Einsatz der Wasserstofftechnologie in der Energieerzeugung und Produktionsprozessen der niedersächsischen Wirtschaft und Großverbraucher wie Stahlherstellung, Lebensmittel- und Zuckerverarbeitung, Schifffahrt, Mobilitätswirtschaft und Logistik sowie in der chemischen Industrie geprüft und umgesetzt werden.
Aus Strom erzeugter Wasserstoff kann anders als Batterien große Energiemengen über lange Zeit speichern und so die Energiewende um ein wesentliches stabilisierendes Element ergänzen. Mit erneuerbar erzeugtem Wasserstoff können Brennstoffzellenfahrzeuge mit Nullemissionen über große Reichweiten betrieben und in wenigen Minuten voll nachbetankt werden. Der Strom hierzu kann in Niedersachsen nachhaltig u.a. durch mittelständische Unternehmen dezentral produziert und in Wasserstoff umgewandelt werden. Niedersachsen würde hierdurch zu einem Vorreiter in Deutschland und Europa in der Herstellung, Lieferung, Speicherung und Verbrauch von Wasserstoff als zukünftigen nachhaltig produzierten Energieträger werden.

Antriebskonzepte -, Brennstoffzellen- und Komponentenbau soll in Niedersachsen weiterhin durch die mittelständischen Unternehmen und Konzerne nachhaltig in Ihrer Wertschöpfungstiefe mit hohem Umweltstandart Generationen gerecht produziert und eingesetzt werden. Am Praxisbeispiel von Bussen, Zügen, Schiffen, LKW und PKW die mit Wasserstoff betrieben werden, soll die mittelständische Wirtschaft in Niedersachsen wachsen und der Wohlstand gesichert werden. Die Entwicklung sowie der nachhaltige Einsatz von Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie soll politisch als Energie- und Umwelttechnik gefördert werden sowie zukünftig steuerlich EEG Umlagen befreit in der gesamten Wertschöpfungskette sein.

In einer Brennstoffzelle werden Wasserstoff und Sauerstoff chemisch bei Temperaturen < 70 C zu Wasser umgewandelt. Mit dem dabei erzeugten Strom werden über eine zwischengeschaltete Batterie die Motoren angetrieben. Es wird weder CO2 freigesetzt noch entstehen Stickoxid- oder Partikelemissionen. Man spricht von einem lokal emissionsfreien Fahrzeug.

Der Fahrkomfort ist im Vergleich u.a. zu Dieselbussen und PKW besser, da der elektrische Antriebsstrang für eine vibrationsarme Fahrt bei geringen Lärmemissionen sorgt. Der reine Brennstoffzellenbus besitzt zum Beispiel eine relativ kleine Batterie (üblicherweise < 30 kWh), deren Aufgabe es ist, den Strom aus der Brennstoffzelle zwischen zu speichern und bei Bedarf zusätzlich zur Brennstoffzelle Leistung für den Antriebsstrang bereitzustellen. Weiterhin nimmt sie auch die beim Bremsen durch Rekuperation gewonnene Energie auf. Die Hauptenergiequelle ist der Wasserstoff, der über eine Leistungsstarke Brennstoffzelle umgewandelt wird. Die Brennstoffzelle sorgt für eine kontinuierliche Nachladung der Batterie während des Betriebs und verlängert so die Reichweite des Fahrzeugs.
Die gesparten Batteriekapazitäten beim konsequenten Einsatz der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie mit Sektorenkopplung sorgen zusätzlich für einen erheblichen Beitrag des Klima- und Umweltschutz in einer nachhaltigen lokalen niedersächsischen Produktion. Bei gleichzeitig erheblich weniger verbrauchten Ressourcen wie u.a. seltene Erden und Rohstoffen die aufwendig umweltschädlich abgebaut und importiert werden müssten, und nachhaltig produzierten Strom und Wasserstoff wird Niedersachsen damit wesentlich unabhängiger von Energie – Importen sowie vom Abbau C02 haltiger heimischer fossiler Energieträger.

Wir bitten den Antrag über den Landesvorstand der MIT dem zuständigen Minister für Umweltschutz und Minister für Wirtschaft sowie dem Landtag in Niedersachsen vorzulegen.

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