Nach Giftpilzvorfall in Kita: Gegenwind für Kritiker

22. August 2017 von
In der vergangenen Woche aßen Kita-Kinder im Außenbereich ihrer Tagesstätte Pilze. Der Vorfall sorgt für Diskussionen. Symbolfoto: Alec Pein
Peine. Der Giftpilzvorfall an einer Kindertagesstätte in Stederdorf bewegt weiterhin die Gemüter. Nachdem René K. Schumacher, Mykologe & Notfalldiagnostiker, das Vorgehen des Kitapersonals kritisierte und den Giftnotruf als nicht zuständig für Pilzvergiftungen bezeichnet hatte, kommt jetzt Widerspruch vom Giftinformationszentrum-Nord.

Dr. med. Martin Ebbecke, Facharzt für Innere Medizin, klinischer Toxikologe und Ärztlicher Leiter des
Pharmakologisch toxikologisches Servicezentrums (PTS) beim Giftinformationszentrum-Nord in Göttingen, nimmt in einem Schreiben an regionelHeute.de Bezug auf eine Aussage Schumachers: „Alle Giftnotrufzentralen sind nicht für Pilzvergiftungen zuständig, dies wäre fachlich, rechtlich, personell und finanziell nicht absicherbar – und ist daher vom Gesetzgeber nicht vorgesehen.“

„Diese Aussage ist nicht korrekt“, schreibt Ebbecke. Die deutschsprachigen Giftinformationszentren seien in der Fachgesellschaft „Gesellschaft für Klinische Toxikologie, GfKT“ organisiert. „Innerhalb der GfKT existiert eine Arbeitsgruppe die sich eigens mit Vergiftungen durch Pilze beschäftigt.“ Die GfKT arbeite eng mit Pilzsachverständigen der Deutschen Gesellschaft für Mykologie zusammen. „Das Giftinformationszentrum-Nord (GIZ-Nord) bearbeitet im Jahr über eintausend Anfragen zu Pilzvergiftungen seitens Laien und Ärzten. Das GIZ-Nord kann 24 Stunden am Tag an 7 Tagen pro Woche deutschlandweit Pilzsachverständige im Vergiftungsfall vermitteln.“

Das toxikologische Labor des GIZ-Nord sei ferner eines der wenigen in Norddeutschland, welches laborchemisch wichtige Pilzgifte in Patienten nachweisen oder ausschließen kann.

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