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Sonderblatt zur Geschichte der Peine–Ilseder Eisenbahn

1. Juni 2018
Der Ilseder Bahnhof an der Jägerstraße, 1960er Jahre. Foto: Stadtarchiv Peine
Peine. Ein aktuelles Sonderblatt des Stadtarchivs zur Geschichte der Peine–Ilseder Eisenbahn und Hochbahn ist jetzt erschienen. Das teilt die Stadt Peine mit.

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Peine–Ilseder Bahn
Bei der Gründung der Ilseder Hütte 1858 war der Bau einer Bahnlinie zunächst nicht geplant. Die Rohstoffe wurden durch Fuhrwerke herangeschafft. Am 30. April 1862 beschloss die Generalversammlung der Ilseder Hütte den Bau der Peine–Ilseder Eisenbahn. Die Konzession wurde am 14. Juli 1864 erteilt, und im Herbst des Jahres begannen die Bauarbeiten.

Am 2. Mai 1865 fuhr der erste Güterzug von Peine nach Groß Ilsede: Pferde zogen die Waggons über die neu gebaute Strecke. Der öffentliche Personenverkehr wurde am 22. September 1866 wurde aufgenommen. Fahrzeit bis Peine: 1 Stunde. 1872 beschaffte man die beiden ersten Dampflokomotiven, welche die „Zug-Pferde“ ablösten und die Fahrzeit auf 20 Minuten verkürzten. Ein zweiter Personenwagen kam 1875 dazu, das anfangs geringe Verkehrsaufkommen stieg allmählich: von rund 10.000 Personen im Jahre 1874 auf knapp 30.000 Personen im Jahr 1883.

Das zugehörige Bahnhofsgebäude wurde an der Peiner Jägerstraße errichtet. Am 30. September 1895 wurde es seiner Bestimmung übergeben und später weiter ausgestaltet: „Seit einigen Tagen“, hieß es am 21. Februar 1901 in der Peiner Zeitung, „ist in dem Warteraum des Ilseder Bahnhofs hierselbst eine Schankwirtschaft freigegeben worden, welche sich bis jetzt schon eines regen Zuspruchs zu erfreuen gehabt hat.“

Der Konkurrenz des Autoverkehrs hielt schließlich auch die Peine–Ilseder Bahn nicht stand. Am 1. Dezember 1969 wurde der Personenverkehr auf Autobusbetrieb umgestellt. Das Bahnhofsgebäude an der Jägerstraße wurde im Januar 1970 abgerissen.

Hochbahn
Am 4. Januar 1911 wurde die Hochbahn in Betrieb genommen und das Roheisen in flüssigem Zustand aus dem Hüttenwerk in Ilsede nach Peine transportiert. Die Schienen verliefen parallel zu den ebenerdigen Gleisen – aus Sicherheitsgründen durfte das heiße Eisen nicht auf der bestehenden Personenstrecke befördert werden. Für die Anwohner in der Südstadt bedeutete die Bahn vor allem eins: Zusätzliche Belastung; denn insbesondere hier waren die Schattenseiten des Lebens von und mit der Industrie spürbar. Mit zunehmendem Ausbau des 1873 in Betrieb genommenen Walzwerks wuchs auch die Belästigung durch Rauch, Ruß und Staub. Am 22. November 1970 endete schließlich diese Epoche mit dem Abriss der Hochbahnanlage und der Umstellung auf eingleisigen ebenerdigen Transport des flüssigen Eisens. Der letzte Roheisenzug passierte die Strecke am 28. April 1983.

Weitere aufschlussreiche Details sind nachzulesen im aktuellen Sonderblatt des Stadtarchivs, das ab sofort in folgenden Einrichtungen kostenlos erhältlich ist:

  • Stadtarchiv
  • Stadtbücherei
  • Rathaus (Bürgerbüro)
  • Kreismuseum

sowie im Internet als pdf-Datei zum Download unter http://www.peine-online.de/.

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