Tierisch heiß: Tierische Strategien bei Hitze

25. Juni 2019
Der Nabu informiert, wie man Tiere bei großer Hitze unterstützen kann. Symbolfoto: Pixabay
Region. Ausruhen im Schatten, Abkühlung, viel trinken – die Strategien in der Tierwelt bei der derzeitigen hochsommerlichen Hitze sind den menschlichen zum Teil recht ähnlich. Die Hitze hält weiterhin an und die gefühlten Temperaturen sind noch mal deutlich höher als die gemessenen Werte um 30 Grad. Für den ein oder anderen von uns bedeutet dies eine enorme Belastung. Dieser kann vorzugsweise durch Ausruhen im Schatten, einem erfrischenden Bad oder durch eine hohe Wasseraufnahme entgegengewirkt werden. Doch wie gehen Vögel und andere Tiere mit den hohen Temperaturen um? Der Nabu Niedersachsen informiert.

Sonnenbad zur Gefiederpflege

Erstaunlicherweise lassen sich immer wieder Vögel beobachten, die der Hitze zum Trotz mitten im Sonnenlicht stehen beziehungsweise liegen. Denn genau wie für den Menschen, habe die Sonne auch für die Vogelwelt ihren Reiz. Häufig sehe man jetzt zum Beispiel Drosseln, die sekunden- oder gar minutenlang regungslos an einer Stelle verharren und einfach die Sonne genießen. Manche Vögel, wie der Zaunkönig, legen sich dazu sogar platt auf den Boden und breiten weit die Flügel und den Schwanz aus. Doch statt für eine vermeintlich gesunde Bräune die Haut überzustrapazieren, harren die Vögel nur sekunden- bis minutenlang regungslos an einer Stelle und bekämpfen auf diese Weise im Federkleid vorhandene Parasiten.

Kühles Lüftchen bevorzugt

Doch das Positionieren auf freier Fläche könne auch dazu dienen, bestehende Luftströmungen für die Abkühlung zu nutzen. Überschüssige Wärme könne über unbefiederte Körperpartien am Kopf, an den Flügeln sowie den Beinen abgegeben werden, da diese von der kühlenden Luft umweht werden. Wasservögel stellen sich häufig mit den Beinen ins kühlende Wasser, Amseln oder Rabenkrähen sitzen häufig mit weit geöffnetem Schnabel da und atmen schnell ein und aus, ähnlich wie hechelnde Hunde. Das ist das so genannte Kehlsackhecheln, ein besonderes Verfahren zur Wärmeabgabe. Dabei werden Rachen und Lunge einbezogen und vergrößern so die wärmeabgebende Körperoberfläche.

Anrüchiges Kühlsystem

Der Storch hingegen habe ein eher anrüchiges Kühlsystem entwickelt: Als Sonnenschutz benutze er flüssigen Kot, mit dem er seine Beine beschmiere. Deshalb erscheinen die Beine der Störche an heißen Sommertagen oft weiß. Das im Kot enthaltene Wasser entziehe beim Verdunsten dem Körper Wärme.

Strategien von Fuchs, Hase und Schwarzwild

Im Gegensatz zum Menschen besitzen die meisten Tiere ein Fell oder Federkleid und können nicht schwitzen. Da sie keine Schweißdrüsen besitzen, setzen die Tiere auf den Effekt des Hechelns und sorgen durch die dadurch ausgelöste Verdunstung für Abkühlung. Bekannt sei dieses Verhalten von Hunden, aber auch Füchse behelfen sich damit bei zu hohen Temperaturen. Auch andere Tierarten haben spezielle Methoden: Schwarzwild suhlt sich in möglichst feuchten Gruben, Hirsche nehmen ein Bad in Gewässern und Rehe meiden Sonne und Bewegung und suchen Abkühlung im schattigen Wald. Auch der Feldhase ruhe bei starker Hitze, könne über seine Löffelohren aber zusätzlich überschüssige Körperwärme an die Umgebung abgeben.

So können Sie helfen

Für alle, die dazu beitragen wollen, dass wildlebende Vögel mit Hitzeperioden gut zurechtkommen, habe der NABU Niedersachsen einige praktische Tipps zusammengestellt.

Schattige Plätzchen sind gefragt

Vor allem die Vögel nutzen noch viele weitere, auch uns bekannte Strategien, um sich abzukühlen. Zuallererst sei der Rückzug in schattige Bereiche eine effektive Methode, um vor allem der Mittagshitze zu entgehen. Des Weiteren helfe es, an einer kühlen Stelle still zu verharren, denn umso geringer die Körperaktivität, desto weniger Körperwärme werde produziert. Aus diesem Grund seien für die Vögel und andere Tiere naturnahe Gärten mit Bäumen und Büschen so wichtig, denn kahle Steinwüsten bieten keinen Sonnenschutz und heizen sich zudem stärker auf.

Ausreichend trinken

Dennoch sei der Wasserverlust des Körpers bei hohen Umgebungstemperaturen nicht zu verhindern, weshalb auch die Tiere gerade an solch heißen Tagen viel trinken müssen. Damit die Suche nach dem kühlen Nass keine Strapaze werde und weil viele natürliche Wasserquellen aufgrund der Wärme ausgetrocknet seien, helfen den Tieren diverse Wasserangebote im Garten, zum Beispiel Wassertränken oder Flachwasserzonen von Teichen. Diese können von Vögeln außerdem als Badestelle genutzt werden. Um Krankheitserregern vorzubeugen, sollte das Wasser allerdings täglich ausgetauscht werden. Darüber hinaus können Vogeltränken schnell zu einem „unbeabsichtigten Vogelbuffet“ werden – für Katzen! Diese sollten sich auf keinen Fall an die Vogeltränke anschleichen können. Am besten eignen sich freihängende Vogeltränken aus frostfester Keramik.

Weitere Interessante Tipps und Infos biete die NABU-Broschüre „Vögel im Garten“, die gegen Einsendung von fünf Briefmarken zu 70 Cent beim NABU Niedersachsen, Stichwort „Vögel im Garten“, Alleestraße 36, 30167 Hannover zu beziehen sei.

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