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Wieviel Asse-Wasser wird durch den Landkreis transportiert?

7. März 2018 von
Wieviel Transporte überhaupt kommen und wo sie lang führen, ist momentan noch völlig offen. Symbolfoto: pixabay/Alexander Panknin
Peine. Die K+S Kali GmbH in Sehnde (Region Hannover) gilt als möglicher Abnehmer von belastetem Wasser aus der Schachtanlage Asse 2. Der Transport würde auch durch den Landkreis Peine erfolgen. Die Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen wollte daher wissen, um wieviele Transporte es sich handeln würde und welches Risiko etwa bei einem Unfall bestünde.

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Die Antworten gab es im Ausschuss für Umwelt- und Verbraucherschutz am gestrigen Dienstag. Da eine Zuständigkeit des Landkreises Peine nicht vorliege, seien für die Beantwortung die Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH (BGE) als Betreiberin der Schachtanlage Asse II sowie des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) als bergrechtliche Genehmigungsbehörde beteiligt worden. 

Es wird betont, dass es sich bei der beantragten Entsorgung im Bergwerk Bergmannssegen Hugo / Friedrichshall um eine Backup-Option handele. Das bedeute, sie werde nur dann in Anspruch genommen, wenn der aktuelle Abnehmer des Wassers, ein Unternehmen der chemischen Industrie, der das Salzwasser aus der Asse weiterverarbeitet, aus betrieblichen Gründen die üblichen Mengen nicht abnehmen könne, oder wenn plötzlich deutlich mehr Zutrittslösungen in das Bergwerk Asse II eindringen würden.

Hypothese: Alle sechs Wochen zwei bis drei Transporttage

„Gesetzt den Fall, dass das gesamte derzeit zu entsorgende Zutrittswasser aus der Schachtanlage Asse II in das Bergwerk Bergmannssegen-Hugo gebracht werden würde, hätte das folgende Transporte zur Folge: Aktuell werden täglich rund 11.500 Liter Lauge aufgefangen, die entsorgt werden müssen. Das ergibt im Schnitt alle sechs Wochen zwei bis drei Transporttage mit etwa sechs LKW-Ladungen am Tag. Dies würde sich jedoch ändern, wenn die Zutrittsmengen deutlich ansteigen würden“, so das Szenario.

In der Schachtanlage Asse II würden derzeit täglich rund 12,5 Kubikmeter mit Steinsalz gesättigtes Grundwasser (Zutrittswasser) aufgefangen, davon über 90 Prozent an der Hauptauffangstelle auf der 658-Meter-Ebene. Diese Lösung sei radiologisch unbedenklich, da sie keinen Kontakt zu den radioaktiven Abfällen hatte. Dies werde durch Messungen vor jeder Abgabe aus dem Bergwerk nachgewiesen. Die Freigabe erfolge nach §29 Strahlenschutzverordnung.

Auch bei Unfall: Keine Gefahr für die Bevölkerung

Aus radiologischer Sicht bestehe auch bei einem Verkehrsunfall aufgrund der nachgewiesenen Unbedenklichkeit keinerlei Gefahr für die Bevölkerung oder die Umwelt. Ein Unfall könnte entsprechend wie ein regulärer Verkehrsunfall durch die zuständigen Einsatzkräfte der Feuerwehr, aufgrund des hohen Salzgehaltes der Wässer eventuell unter Hinzuziehung der Gewässerschutzalarmbereitschaft abgearbeitet werden (zum Beispiel Auffangen und Abpumpen der Lösung). Gesonderte Schutzmaßnahmen, wie etwa bei Unfällen mit Gefahrgütern (Heizöl, Benzin und Diesel, chemische Stoffe), müssten nicht ergriffen werden.

Da es sich bei den abzugebenden Zutrittswässern um keine Gefahrstoffe handele, sei eine gesonderte Auszeichnung nicht vorgeschrieben. Nach Angaben der BGE stehe noch nicht fest, welcher Anlieferweg gewählt werden soll. Es gebe verschiedene mögliche Routen. Die Entscheidung liege in der Regel beim Transportunternehmen.

Bahn ist keine Alternative

Ein Transport über die Bahnstrecke sei keine Alternative, da die Mengen nach Auskunft der BGE zu gering seien. 

Die BGE biete an, dass beispielsweise durch die politischen Entscheidungsträger vor Ort ein eigenes Messinstitut benannt werden könne, welches Kontrollmessungen vornehme. Die Kosten würden dann von der BGE übernommen.

Es handele sich bei dem Bergwerk Bergmannssegen Hugo / Friedrichshall um einen Verwertungsweg für nicht kontaminierte Zutrittslösungen und nicht um ein Zwischen- oder Endlager für radioaktive Abfälle. Derzeit (Stand: April 2017) seien rund 7,6 Millionen Kubikmeter Hohlraum im Bergwerk Bergmannssegen Hugo vorhanden. Die maximale tägliche Flutungsmenge sei technisch auf rund 12.000 Kubikmeter begrenzt. Das genaue Flutungsende richte sich nach den Mengen der eingeleiteten Medien. Diese bestünden im Wesentlichen aus Salzlösungen, die bei der Kaliproduktion anfallen. Dieses Wasser stamme von K+S.

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